Bienen produzieren ihr Wachs über acht winzige Drüsen an ihrem Hinterleib – hauchdünne, transparente Plättchen, die sie mit Propolis und Enzymen zu einem lebendigen Baustoff formen. In 1 Kilogramm Bienenwachs steckt die Energie aus rund 8 Kilogramm Honig.
Rechnet man unsere Arbeitszeit für die aufwendige, mehrstufige Reinigung hinzu, müsste Bienenwachs um ein Vielfaches teurer als Honig sein. Leider ist genau das der Grund, warum Bienenwachs heute so häufig mit Paraffinen gestreckt und verfälscht wird.
Bienenwissen für das nächste Treffen mit Freunden:
Oben genannte 8 Kilogramm Honig entsprechen rund 640.000 Flügen – oder etwa 48 Weltumrundungen.
Eine unglaubliche Leistung für ein faszinierendes Produkt, mit dem wir so gerne arbeiten.
Wir verwenden ausschließlich 100 % reines Bienenwachs vom Imker – naturbelassen, unverfälscht und frei von Zusätzen.
Was selbstverständlich klingt, ist es heute leider nicht mehr: Viele sogenannte „reine" Bienenwachse enthalten ganz legal Beimischungen auf Erdölbasis, ohne dass dies deklariert werden muss.
Wir haben früh erkennen müssen, dass selbst Fachhandelswachs häufig nicht das natürliche Verhalten, den Duft oder den Schmelzpunkt echten Bienenwachses zeigt. Je höher solche Beimischungen sind, desto deutlicher werden sie wahrnehmbar – im schlimmsten Fall erinnert der Geruch an billige Kunststoffprodukte.
Nicht selten riecht solches Wachs auch stark nach Rauch. Das kann darauf hindeuten, dass Wachs wilder Bienenvölker im Ausland unter starkem Raucheinsatz gewonnen wurde; dabei können problematische Verbrennungsrückstände ins Wachs gelangen. Zudem werden in importiertem Wachs immer wieder Rückstände von Insektiziden nachgewiesen.
All das sind sehr gute Gründe, warum wir kein Markt-Wachs zukaufen, sondern ausschließlich Wachs von Partnerimkereien verarbeiten, deren Bienenvölker wir persönlich kennen und denen wir voll vertrauen.
Nach zahlreichen Versuchen und viel handwerklicher Erfahrung haben wir die Reinigung und Veredelung dieses Wachses perfektioniert. Das Ergebnis ist ein außergewöhnlich reines Naturprodukt – goldgelbe Kerzen mit einem authentischen, warmen Duft, die sauber, ruhig und rußfrei abbrennen.
Jedes Gramm unseres Wachses wird in einem mehrstufigen Veredlungsprozess von Hand gereinigt – ausschließlich mit Wasser und natürlichen Säuren, ganz ohne künstliche Zusätze.
Zu Beginn ist Bienenwachs oft stark verunreinigt: natürliche Rückstände aus dem Bienenstock färben es dunkel und nehmen ihm seinen ursprünglichen Glanz. Erst im Verlauf der behutsamen Reinigung erhält das Wachs Schritt für Schritt seine goldgelbe Farbe und seinen warm-natürlichen Duft zurück.
Mit der richtigen Kombination aus Zeit, Temperatur und Geduld entsteht so ein Wachs von außergewöhnlicher Reinheit: Jede Kerze brennt ruhig, sauber und gleichmäßig ab.
Schon im Mittelalter war Bienenwachs wertvoller als Honig. Es war das Licht der Schlösser und Kirchen – einer der Gründe, warum in vielen Klöstern eigene Bienen gehalten wurden.
Burg- und Schlossherren hingegen bezogen ihr Wachs von Zeidlern – Waldimkern, die Honig und Wachs wilder Bienenvölker sammelten. Der Zeidler galt daher als angesehener und einträglicher Beruf, mit eigenen Rechten und besonderen Privilegien.
Erst im 19. Jahrhundert, mit der Erfindung von Stearin und Paraffin, wurde die Kerzenherstellung industrialisiert. Bienenwachs verlor seinen Wert – Kerzen konnten nun günstig und in großen Mengen produziert werden.